Ein Thema für unsere ganzen Gedanken über den ganz normalen Wahnsinn, den wir Leben nennen. Die Regeln sind denkbar einfach: Ihr schreibt eure Gedanken über ein Thema, das euch beschäftigt. Es muss nichts hochgestochenes dabei rumkommen, es geht mehr darum eure Gedanken loszuwerden und die Ansichten anderer kennezulernen. Keiner muss Angst haben zu wenig Niveau mit seinem Beitrag zu haben, nur weil das böse Wort "Philosophie" mit im Thema verarbeitet ist.
Es gibt da ein Thema, über das ich eine ganze Weile schon nachdenke. Und zwar ist das die Erkenntnis, das Realität immer in den Augen des Betrachters unterschiedlich ist. Realität findet zu einem großen Teil in den Köpfen statt. Vorurteile zum Besipiel, sind etwas nicht fassbares, jedoch existieren sie im Denken und werden damit zu einer greifbaren Realität, denn unser Handeln wird dadurch ein anderes. Die Ehe ist auch nur ein Gedankliches Konstrukt. Unsere Vorstellungen von Liebe, Recht und Unrecht, unsere Art zu sprechen: Alles ganz individuelle Interpretationen der Wirklichkeit, die durch das denken Realität wird. Die Realität ist nur ein Gedankenkonstrukt. Mathematik zum Beispiel ist ja im Grunde auch nur ein Mittel die Realität zu erfassen. Die Denkweise im Mittelalter ist für uns heute kaum noch nachvollziehbar, aber eben deswegen, weil die Menschen die Realität ganz anders wahrgenommen haben - für sie waren Magie und göttliche Wunder eben doch ein Teil der Realität. Versteht ihr was ich meine? Durch unsere Art zu denken verändern wir die Realität.
Das beantwortet mir auch die Frage, warum der Mensch immer wieder Kriege anfangen kann: Es ist einfach aus den Köpfen einer Generation verschwunden, wieviel Schrecken und moralischer verfall Krieg bedeutet. Man muss sich ja nur mal vor Augen führen, wie stark durch die Medien (der böse Computer, Filme und Zeitschriften zum Bleistift) der Mensch von klein auf beeinflusst wurde. Wem ist denn wirklich klar, was es heisst einen Menschen zu töten? Diese Realität ist einem doch fremd geworden. Dem einen mehr dem anderen weniger. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich jemand in die Schule oder die Uni stellt und seine Komilitonen abballert? Ich will nicht darauf rumhacken, dass die Computerspiele schuld an Amokläufen tragen, aber sie tragen ihren Teil zum verlust einer klaren Sicht auf die Wirklichkeit bei.
Gut ist auch ein Satz aus "Fight Club" geeignet: "Durch das Fernsehen haben sind wir alle in dem Glauben groß geworden, wir alle werden einmal Rockstars, Astronauten oder Schaupieler." Ist das wirklich so übertrieben? Hat nicht jeder von uns seine Probleme damit sich einen Beruf auszusuchen, eben weil wir alle uns etwas ganz tolles, großes erhofft haben? Wurd uns nicht tausend mal erzählt, das wir etwas ganz besonderes sind? Eine Generation, in der jeder etwas besonderes ist. Und wenn schon nicht in der realen Welt, dann doch zumindest bei WOW.
Also die realität die individuum empfindet ist grundsätzlich ein produkt aus den variablen die sich in seiner umgebung befinden/ oder befanden. wie tobi schon sagte gehen mit der zeit erkenntnisse verloren weil diese variable einfach nicht mehr in der gleichung existiert, wie der krieg zum beispiel...
ein solider grundbaustein der auch weggefallen ist, ist die arbeit. wenn ihr eure eltern von früher erzählen hört, wieviele mussten als kind damals schon täglich zuhause helfen und das nicht einen kurzen moment, sondern den ganzen tag. es sei denn es war schulzeit da durfte man ja noch hin

, dass war früher auf dem land gängige praxis und hat sich eingeprägt, wenn man uns mittlerweile in dieser hinsicht schon verwöhnten menschen anschaut, und dann leute sieht die nie mit anfassen mussten so ist doch die einstellung zum leben merklich eine ganz andre geworden. auch die massenbeschallung durch die medien mit plattformen wie deutschland sucht den superstar wo sich jugendliche bewerben und meinen sie würden berümt, bzw hätten die chance auf diesem weg eine menge geld zu machen, tragen dazu bei, dass unsere gesellschaft dümmer und dümmer wird.
ich weiß nicht mehr wo ich habe mal n interview mit einem jungen mädchen gesehen , dass über die schüler verschiedener schulen und ihre eigene sicht der zukunft plaudert, und es ist echt erschreckend, was diese person da von sch gibt. mag sein, dass das der bodensatz der dummheit ist , der extra nur ausgesucht wurde um zu schockieren, aber aber mittlerweile glaube ich, dass in deutschland aus einem relativ überschaubarem teil dieser leute eine breite masse geworden ist.
wer fehler findet darf sie gerne aufschreiben und auf dem osterfeuer verbrennen
*edit*: ich habs gefunden es war in einer wahlsendung der ard aus dem jahre 2005 naja ist zwar ein auschnitt von tv total aber man sieht das selbe... allein die suche nachdem viedeo war nicht mal erschwerlich man gebe "dumme hauptschülerin" bei youtube ein und voila:
http://www.youtube.com/watch?v=1A9ptA-XKSE
achja was die computerspiele und die abstumpfung betrifft reicht als beispiel ja nur "Americas Army" das wurde nämlich vom amerikanischen heer finanziert in der absicht eine junge zielgruppe zu erreichen und die dazu zu bringen in die army einzutreten!
Ich glaub nicht, das alle immer dümmer werden. Es waren sicher immer gleichviele Idioten auf der Erde +/- Der Scheiss im Tv und Inet führts nur mehr vor Augen als noch vor 200 Jahren.
Generell gibts heute mit sicherheit hellere Köpfe als damals. Abgesehen von den ausnahmengenies.
Naja ich pack auch mal was rein: Arbeit. Fast jeder hat arbeit und eigentlich sollte man sich freuen beschäftigt zu sein. Allerdings findet auch jeder Urlaub geil oder das we! da kann man machen was man will. Deshalb macht arbeit auch keinen spass. Es ist etwas, was man tuen muss!
Wenn man jeden tag z.B. immer das gleiche spiel spielen müsste, würde das auch keinen spass machen. Solange etwas aufgezwungen wird, fühlt sich der mensch schlecht, das ist meine Theorie.
Dieser "jeder ist etwas besonderes" Fimmel drückt sich auch ganz besonders in den Namen aus, die Kindern gegeben werden. Heutzutage kann man nicht einfach mehr Franz oder Jupp heissen, es muss schon eine Kimberly Summer Applegate oder wasweissich sein. Es fällt auf jedenfall auf, dass die Leute dazu neigen, sich selbst wichtiger als alles andere zu nehmen, auch das ist in meinen Augen ein Produkt dieses Erziehungsstils.
Zum Thema Krieg und moralischer Verfall habe ich letztens auch mal was interessantes gelesen, nämlich meinte da einer, dass der moralische Verfall im Krieg heute so krass ist, gerade weil man von klein auf beigebracht gekommt, keine anderen Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Im Krieg wird aber genau das verlangt, also ist die "moralische Ausweichstrategie" dem Gegner das Menschsein abzuerkennen, ihn auf eine niedrigere Stufe zu stellen, so dass man nur noch "ungeziefer" tötet. Dagegen wurde in früheren Zeiten, als ein Menschenleben noch nicht so viel wert war, der Gegner mir mehr respekt behandelt, auch wenn man auf leben und tot kämpfte. Das aber natürlich nur, wenn man sich auch auf "Augenhöhe" wähnte. So war es beispielsweise in den meisten Gesellschaften nicht moralisch verwerflich, Sklaven zu quälen. Ich glaube, die schwelle zu "unmoralischem" handeln ist in allen Zeiten äusserst gering gewesen, nicht nur heute im Zeitalter von Computerspielen und so weiter.
Naja, ich wollte auch eigentlich auch nicht auf die Schiene "früher war alles Besser" hinaus. Es ging mir eher darum festzuhalten, wie sehr man doch von durch sein eigenes Denken gefangen bzw. befangen ist und zum anderen, wie sehr das eigene, gesellschaftliche/kultur-regionale Bewusstsein harte Fakten schafft. Das letzte mit den heutigen Ansichten war ja nur als Beispiel gedacht. So wie zum Beispiel die unterscheidung von moralischem und unmoralischem Verhalten auch ein Gedankenkonstrukt ist, dass dann aber für den Handelnden selber wieder ganz krasse reale Folgen haben kann. Im grunde nicht reale Fakten haben doch meistens die extremsten Auswirkungen. Wenn man heute von Arbeitslosen spricht, so ist doch den meisten Leuten klar, welchen Typ Mensch man da so vor sich hat. Aber das ist eben eine Vorstellung. Diese kollektive Vorstellung aber führt zu einer krassen Ausgrenzung. Irgendwann ist es dann soweit, dass man denjenigen als unwichtigeren Menschen einstuft. Noch extremer sieht man das bei Obdachlosen. Mal Hand auf's Herz: Wer spendet dem Bettler tatsächlich Geld? Kaum einer. Und warum nicht? Weil man die, von klein auf eingegebene, gedankliche Vorstellung vom Bettler hat: "Der gibt das eh nur für Alkohol aus" oder "Ich hab' mal gehört, die verdienen damit richtig viel Geld".
Mal ganz ehrlich: Das haben doch wohl die meisten von uns als feste Tatsache irgendwo im Schädel verankert. Und selbst wenn nicht, ich find's halt nur krass, wie schnell solche, im Grunde ja harmlosen - weil nur in deinem Kopf - Gedanken, richtige harte Fakten schaffen und wie sehr man auch selber davon betroffen ist. Ich habe mich bisher immer als Jemanden gesehen, der keine Vorurteile hat bzw. erst hinterfragt, bevor er Vorurteile aufbaut. Aber man ist in so vielen Dingen schon so dermaßen beeinflusst, dass man garnicht mehr alle seine Vorurteile wahrnimmt.
Aber es sind ja wie gesagt nicht nur die Vorurteile, auf die ich hinaus wollte, sondern auf "das Ganze". Man ist Teil der Realität, die Realität beeinflusst aber dich und damit auch wieder deine Sicht auf die Realität. Es gibt quasi zwei Realitäten: Die eine, die wirklich ist, und die andere, die du siehst. Man kann nur die andere wahrnehmen und in ihr Handeln. Durch dieses Handeln aber beeinflusst man wieder die erstere. Und das nicht zu knapp.
Hat nichts direkt mit dem Thema zu tun, sondern eher mit Peters Beitrag zur Arbeit. Hab ich neulich irgendwo gefunden und ich finde das hört sich ganz gut an, weiß aber nicht, ob's funktionieren würde:
http://www.rolfkuhl.de/13862.html
Ich hoffe mal man soll das als kabarett verstehen, und nicht als ernstgemeinten Vorschlag.
Tja, denke ich auch (habe mir lange Zeit gelassen bevor ich das alles in angriff genommen habe).
Das ganze ist wohl eine ganz nette Gedankenspielerei aber doch wohl nicht nur ein wenig von der Realität entfernt, sondern total an der Wirklichkeit vorbei. Da hat sich jemand zwar viele Gedanken gemacht, sich aber die Argumentation für das für und wider ein wenig zu sehr zu seinen gunsten zusammengeschustert. Schon bei dem ersten Teil mit dem Egoismus des Menschen merkt man das. Natürlich lässt sich Egoismus mit vernünftigen Argumenten wegquatschen. Aber nur weil Egoismus unvernünftig ist, wird er wohl kaum verschwinden. So in der Art hat der ganze Text seine Lücken.
Ich denke, dass das größte Problem eben wirklich der Egoismus ist. Ich hab mal ne Studie gelesen, in der hatten Psychologen herausgefunden, dass der Kommunismus allein deshalb nicht funktionieren kann, da ich glaub es waren ca. 18% der Gesellschaft primär nach egoistischen Motiven handeln. Ich steh dem Kommunismus heute selbst sehr kritisch gegenüber, da er auch nur eine Form von Diktatur ist, selbst wenn er nach der idealen Theorie funktionieren würde, aber ich denke diese Studie beweist dann auch, dass er nie nach dieser idealen Theorie funktionieren kann und immer mit Zwang verbunden sein muss.
Wir haben letztens in der Uni mit ein paar Unikollegen an so nem Experiment teilgenommen, Motivation war, das man unglaublich viel Geld gewinnen konnte.
Das Experiment lief so ab: Wir wurden, jeder "Blickdicht" von den anderen abgeschottet, an PCs verteilt, und jeder bekam ein Startguthaben von einem Euro und ein Pseudonym. Danach "spielten" immer zwei Personen, es wusste aber wirklich niemand, mit wem er es zu tun hatte. Die beiden Spieler wurden gefragt, ob sie ihren Euro "in den Topf werfen"
würden. (Man wusste nicht, wie der andere sich entscheidet) Wenn beide ihren Euro in den Topf werfen, wird das gesamte Geld mit 1,5 multipliziert und dann wieder auf die "Spieler" verteilt. Wenn keiner sein Geld in den Topf wirft, bebhalten beide ihr Geld, und wenn einer sen Geld reinwirft, und der andere nicht, behält der das Geld, der NICHT geworfen hat. Das vernünftigste wäre also, einfah immer reinschmeissen, am Ende haben alle ne Menge Kohle, und gut ist. Was glaubt ihr wer so gehandelt hat? Richtig, ich. Genau einmal, denn weg war meine Kohle. Danach habe ich natürlich nix mehr reingeschmissen, genau wie alle anderen, so das am Ende keiner besonders viel hatte.
Bei dem Experiment hab ich echt ne Menge darüber gelernt, wie Menschen so denken. Die meisten nehmen es in Kauf, das sie nix kriegen, so lange andere auch nix kriegen. Und das ist der Grund, warum solche tollen Utopien nich funktionieren und auch nie funktionieren werden.
Mal abgesehen davon: Überlegt auch mal, was hier loswäre, wenn alle Leute nur acht Stunden in der Woche arbeiten würden. Die meisten kommen doch schon um vor Langeweile, wenn sie mal einen Sonntag nix zu tun haben. Ich glaube nicht, dass dann alle schön brav anfangen würden zu malen oder Harfe zu spielen, wie der Uator sich das so schön denkt.