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Normale Version: Tobi's lustige kleine, politisch angehauchte Diskussionsecke
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Ein Thema für den ganz normalen Wahnsinn, den man hier und dort hübsch vorportioniert von den Medien präsentiert bekommt. Das Prinzip ist einfach: Jemand schneidet ein aktuelles Thema an, viele Leute sagen ihre Meinung dazu.
Ich fang an: Ich habe einen hübsches Interview zum Thema Steuerhinterziehung gefunden. Meiner Meinung nach sagt der gute Mann viel richtiges, auch wenn ich bei einigen Fakten, die er so angibt natürlich nicht weiß, ob er denn da auch wirklich recht mit hat.
http://www.faz.net/s/Rub53B6D88BDF4A49D6...ntent.html
Schwieriges Thema...Eigentlich sind wir ja alle nur neidisch, dass wir nicht so viel Geld haben, um es nach Liechtenstein oder woanders hin zu bringen, deshalb freuen wir uns um so mehr, wenn es eines der großen Arschlöcher erwischt.

Das Problem ist ja, dass der Staat sich das Geld daher holt, wo er es am leichtesten bekommen kann, und das ist nunmal bei Otto Normalbürger, der einfach nicht die Möglichkeiten het sein Geld in großem Stil zu hinterziehen. Deshalb sind ihm ja auch noch so kleine Tricks, wie sie eben in diversen Steuerretgebern gegeben werden, herzlich willkommen.

Generell muss ich sagen, dass der Staat (oder das Bundesfinanzministerium, "der Staat" hört sich immer so nach Stammtisch an Wink) sich gleichermaßen um alle Bevölkerungsschichten "kümmern" müsste. Es stellt sich ja auch die Frage, warum manche Unternehmen (ich glaub es war Mercedes) keine Steuern zahlen müssen, obwohl sie einen Jahresumsatz größer als das Bruttoinlandsprodukt von Norwegen (ich glaub weit über 70 Milliarden $) ist, nur weil sie kleine insolvente Unternehmen aufkaufen und diese "von der Steuer absetzen können". Auf diesem Weg gehen dem Staat, bzw. den Staaten weltweit jährlich Milliarden an Steuergeldern durch die Lappen.
Das Problem, das wir auch beim Steuersystem mal wieder haben, ist, dass es noch nicht auf die, ich nenn es jetzt einfach mal "Herausforderungen" der internationalisierten Wirtschaft umgestellt ist. Das Problem haben wir aber nicht nur in D´land, sondern wenigstens in ganz Europa. Die Amerikaner haben es da einfacher, da die keine soziale Marktwirtschaft haben, folglich auch nicht so viel durch Steuereinnahmen finanzieren müssen. Ob das allerdings erstrebenswert ist, ist ne andere Frage.
Ich vermute mal, dass langfristig nur eine Lösung innerhalb der EU möglich ist, denn solange jeder Staat sein eigenes Süppchen kocht, wird es zu viele Lücken geben. Der "Nationalstaat", auch in seiner Funktion als Verwaltungseinheit eines Gebietes ist ja (leider) mehr oder weniger an seinem Ende. Daraus ergeben sich eben auch jede Menge Nachteile, unter anderem eben bessere Chancen zur Steuerflucht.

Tja, jetzt bin ich schon auf eine eher grundsätzliche Schiene gekommen. Ich hoffe, Du nimmst mir das nicht übel, Tobi...
(Es kann sein, dass die Zahlen schon etwas älter sind, die kann ich aber nochmal nachschauen...)
Also, dass mit den Großen FIrmen ist recht einfach zu erklären...
Sobald die Steuern zahlen müssten, würden die direkt Komplett Auswandern um woanders billger zu Produzieren. Deutschland ist halt für ein Unternehmen, das weitenteils maschinell Produziert und das die Qualitätskontrolle zum Größtenteil auch den Maschinen überlässt einfach ein unrentabler Standort. Das sieht man ja an Nokia, die sogar so dreist waren und Trotz Subventionen etc einfach gehen. Naja und wenn man diese Subventionen streichen würde, kann man davon ausgehen dass in deutschland 30% der großen Firmen abwandern, was dann der Wirtschaft sicherlich nicht gut bekommen würde. Und wenn man Überlegt, was von deinem Mercedes überbleibt, wenn man das wegnimmt was nicht in Deutschland gefertigt wird dann wird dir schwindelig... Da bleiben ausser ein Paar Laserschweissnähte n bischen Kleinelektronik, wobei die elektronische Steuerung auch schon größtenteils Auswärtig gefertigt wird, und vielleicht noch n paar andre Kleinteile nichts mehr übrig.

Zu den Amerikanern sei folgendes gesagt, die haben in erster Linie schonmal n katastrophales Gesundheitssystem, denn dort muss man sich komplett Privat finanzieren, das ist für leute die nen guten job haben kein problem aber für Ärmere Leute ist das nicht finazierbar... Die bleiben dann halt auf der Strecke. Amerika ist sowieso n gutes negativ beispiel... Dort ist der wirtschaftliche Zerfall gut zu sehen... Die Regierung unter GW Bush hat so effiezient gearbeitet, dass wir kanpp an ner weltwirtschaftskrise vorbeischwappen weil der Amerikanische Immobilienmarkt zusammengeklappt ist

http://www.linksnet.de/artikel.php?id=3525

Das der Staat sich das Geld von den Bürgern holt ist ja ziemlich logisch, das einzelne Glied ist schwach, und darüberhinaus scheinen sich die meisten nicht im klaren zu sein welche Macht das Volk hat wenn es sich organisiert, und das ist ja grade das nächste Problem der groteil von Deutschland ist ein unorganisierter haufen.

Note 5 (Am Thema vorbei) - aber das is mir egalWink
Hmm, Steuern scheinen nicht so ein beliebtes Diskussionsthema zu sein. Probieren wir mal was anderes. Haltet ihr die Linke für regierungsfähig? Ist das sinnvoll, sich von vornherein gegen eine linke Regierungsbeteiligung zu positionieren? Oder ist eine Partei links der SPD nicht völlig normal (wie auch in anderen europäischen Ländern)? Ist die Linke eurer Meinung nach noch zu sehr ihrer SED-Vergangenheit verbunden?
Und im Anschluss dazu: Wenn es nun also drei linke Parteien in Deutschland gibt, ist es dann auch nicht mal Zeit, dass sich eine vernünftige (!) Partei rechts der CDU etabliert (wie ebenfalls in vielen anderen europäischen Ländern)? Ich mein damit jetzt keine NPD Futzis, die nur "Ausländer raus" brüllen können und das auf einem extrem niedrigen Niveau...
Naja, ich weiss ehrlich gesagt nicht was rechts des rechten Flügels der CDU noch für ne vernünftige Partei sein soll. Zumindest wenn man mit vernünftig demokratisch und basierend auf Menschenrechten meint. was wir bräuchten, wären Politiker die wirklich mal ein Programm verfolgen, welches ist ja schon fast egal, und nicht nur in Legislaturperioden, bzw. von Landtagswahl zu Landtagswahl handeln. Mir fällt im mom kein Politiker ein, der das tut. Und wir bräuchten Programme, die nicht immer von Kompromissen gleich so zerstückelt werden, dass man sie gleich in der Pfeife rauchen kann. Aber mit sowas kann man in Deutschland Anno 2008 wahrscheinlich eh keinen Blumentopf mehr gewinnen. Egal, das sind jedenfalls alles Sachen, die passieren müssten, bevor ich mir wieder Gedanken um rechts oder links mach. Wobei ich in der Beziehung mittlerweile ein Fan von arnold Schwarzenegger bin: Der pickt sich aus beiden Richtungen das beste raus, und macht, was er für das beste hält, ohne zuviel Rücksicht auf Traditionen innerhalb der Partei und ideologische Scheuklappen zu nehmen. Zumindest hört man das so, man weiss natürlich nicht obs stimmt.
Naja, ich glaub in Deutschland wird bald eh der Bundeskanzler, der bei Dschungelcamp gewinnt, oder Jürgen von 9live.
Ihr merkt es schon: Politikverdrossenheit olé!
Ich denke über die Linke rellativ zwiegespalten. Zum einen sind die Linken meiner Meinung nach Kommunisten. Zwar gemäßigt und angeblich demokratisch, aber dennoch unvereinbar mit einem "freien demokratischen System". Es ist auf jeden Fall so, dass die Pläne der Linken in Bezug auf Sozialsytem und Wirtschaft einfach zu unrealistisch für eine demokratische Grundlage sind. Teilweise verstaatlichung der Betriebe, höhere Besteuerung für "Reiche" und Spitzenkonzerne, usw. Ich habe zwar auch schon oft lang und breit über das System in Deutschland gemeckert und dass es im Grunde keine Demokratie mehr ist. Jedoch muss man auch sehen, dass es immer noch ein verdammt gutes System ist, einfach nur weil niemand verrecken muss, wenn er nicht genug Geld hat. Das ist der Vorteil, den man in den meisten Ländern der Welt vergeblich sucht.
Es mag zwar alles immer schlimmer werden, aber es ist immer noch das Beste vom Scheißhaufen Politik. Ich war zwar oft anderer Meinung, ich weiß, aber das Geschichtsstudium hat mir da mal die Augen geöffnet. Es gab schon so viel Scheiße in der Politik, und nie ging es den Menschen so gut wie in unserer Zeit.
Gerade weil aber momentan, wie ich meine, ein Trend wieder davon weg geht und es (wieder mal) immer mehr nur um Macht und Geld geht, statt um echte Demokratie ist die Linke wieder gut. Denn so werden soziale Themen mnal wieder auf den Tisch gebracht und Politiker der SPD dürfen plötzlich wieder einen Linksdrall haben. Das wäre unter Regierung Schröders noch ein unding gewesen! Ich denke die Linke ist daher ein gutes Stimmungsbarometer für den Unmut des "kleinen Mannes" und gut, weil sie die Politik spannender und Diskussionsreicher macht. Wirklich an dre Macht möchte ich die Linke aber beim besten Willen nicht sehen.
Eine Partei rechts von der CDU finde ich dagegen um einiges schlechter. Ich denke, dass dann wirtschaftliche, soziale und politische Stagnation die Folge einer solchen Regierung sein würde. Ich weiß nicht warum, aber ich muss dann immer an Bayern und dumme Populärparolen a la Edmund Stoiber denken.
Ich glaube, was sich wirklich ändern muss ist eine grundlegende Denkhaltung der Deutschen, was Politik angeht. Der zweite Weltkrieg ist lange her und ich denke, es muss einfach mal Zeit werden, dass politisches Interesse wieder in den Köpfen einzug hält und politische Überzeugung auch wieder vertreten werden darf. Es bricht mich an, dass jeder sagt, alles ist irgendwie nicht so gut und doof und so, eine wirkliche Beschäftigung mit politischen Themen dann aber zu verpönt und eigene politische Meinungen oft auch zu gefährlich sind. Ich will nicht sagen, ich will meine rote oder braune Ansichten verbreiten wollen, ich will nur, dass der (über-)vorsichtige Umgang mit Politik endet. Gäbe es mehr Begeisterung und Interesse für die Demokratie, würde sie auch besser funktionieren.
Und wo wir gerade beim Thema sind: Was sagt ihr zu den Aufständen in Tibet? Würde ein Olympia-Boykott was bringen? Oder war es schon ein Fehler die Spiele überhaupt nach China zu vergeben? Was haltet ihr generell vom Umgang mit China?
Schön, dass Du das Thema anschneidest, ich wollte es sonst grade machen Big Grin
Vorher aber noch kurz zu der Linken: Ich bin da auch sehr zwiegespalten, einerseits hab ich sie bei der letzten Wahl gewählt, allerdings aus purem Protest (auch nicht sonderlich klug, aber mir geht der restliche Parteienzirkus eben zu sehr auf den Senkel), andererseits ist diese Partei, glaube ich, arg gefährlich, wenn sie wirklich einflussstark an die Regierung kommt und nicht nur so vereinzelt, wie in Berlin. Es gibt da sehr vernünftige Leute in der Partei; ich denke da an Gregor Gysi oder auch Oskar Lafontaine, die beide tolle Analytiker sind, gut reden können, aber leider auch nicht das umfassende Konzept haben. Und dann gibt es da diese Leute von der kommunistischen Plattform beispielweise, die meiner Meinung nach fast schon verbrecherisches Zeug labern und am liebsten die Teilung von Deutschland wieder hätten. Also, die DDR mag ihre Vorzüge gehabt haben, aber die Teilung Deutschlands und die Mauerverbrechen gutzuheißen, das geht gar nicht, wie ich finde.
Das Lustige ist, dass die Linke in wesentlichen Teilen nichts anderes will, als die SPD, es sprachlich nur anderes verpackt. Mittwochs abends kommt immer "hart aber fair" und da hatten sie vor der Wahl in Hessen das Programm von SPD und Linker verglichen. Als das von der ganzen Rhetorik und den ideologischen Phrasen befreitwar, stand da fast haargenau dasselbe.
Mir ist die Linke leider immer noch zu ideologisch vorbelastet. Wenn man sich beispielsweise mal die "junge Welt" durchliest (ne linke Tageszeitung, noch ein wenig radikaler als die "taz"), dann wird man feststellen, dass die China unterstützen und die tibetischen Proteste als vom Westen initiiert ansehen (War das nicht ne galante Überleitung?). Abgesehen davon, dass man nicht weiß, wer jetzt wen angestachelt hat und welche Rolle auch da wieder CIA und Konsorten möglicherweise spielen, finde ich dass die Unterdrückung eines Landes auch durch ein pseudosozialistisches Land wie China nicht anerkannt werden darf.
Ich finde die Aufstände in Tibet berechtigt, da die Tibeter seit über 50 Jahren unterdrückt werden (kulturell, ethnisch). Das Problem das ich bei der ganzen Sache sehe ist, dass dit Tibeter es nicht geschafft haben den Protest wirklich absolut friedlich zu halten, wie beispielsweise 1989 die Proteste in der DDR verlaufen sind. So hat China die Rechtfertigung, dass es legitim einen gewalttätigen Volksaufstand niederschlagen muss. Und dass die Chinesen nicht zimperlich sind, hat man auch schon 1989 gesehen.
Meiner Meinung nach ist der Umgang mit China heuchlerisch, denn einerseits sagt man auf der Moralseite, dass es eine Diktatur ist, die man nicht unterstützen kann, andererseits ist China aber auch angeblich die Zukunft und man pumpt massenhaft Geld in dieses Land und macht sich wirtschaftlich davon abhängig.
Ein Olympiaboykott ist, glaub ich, auch nicht der richtige Weg, da man so die Situation noch weiter verschärft und die Fronten verhärtet, denn China wird sich vom Westen niemals was sagen lassen. Vielleicht ist es so während den Spielen möglich die Situation in Tibet besser zu beleuchten, wenn Journalisten besser dorthin reisen können. Allerdings wäre eine eigenes tibetisches Olympiateam schon nicht schlecht und ein Zeichen des guten Willens. Soweit ich weiß gibt es das nämlich. Ich glaub aber nicht, dass es soweit kommt. Das kann China sich nicht leisten.
Wenn mit den olympischen Spielen sich in China eine verbesserte Pressesituation ergeben würde, wäre das schon ein toller Erfolg. Ansonsten kann man, denk ich mal nicht zu viel erwarten.
http://gffstream-1.vo.llnwd.net/c1/radio...4_1100.mp3

Bin nicht unbedingt der Meinung, ein Olympia-Boykott muss her. Aber ich finde es wird einfach mal echt Zeit, dass da mal jemand den Mut aufbringt und politisch gegen das Vorgehen China's vorgeht. Das kann doch mal echt nicht sein, dass die ganze Welt wegsieht, nur weil China wichtiger wirtschaftlicher Partner ist. Da sieht man ganz deutlich die traurige Wahrheit, was die "große freie Demokratie" in dieser Welt regiert: Gegen den Irak kann man umgehend uind unter fadenscheinigen Begründungen losbomben, das macht alles garnichts. Aber um gegen massive und langanhaltende, offensichtliche Menschenrechtsverletzungen auch nur ein klein wenig vorzugehen, dafür ist sich dann doch jeder Staat zu schade. Ich find's allmählich unglaublich, wie oft man inzwischen hört, dass dieser oder jener Politiker das "Verhalten China's scharf verurteilt". Na herzlichen Glückwunsch! Das ist bestimmt genau das, was die chinesische Führung eine Kehrtwende in ihrem Denken machen lässt. Mal echt gespannt, ob da demnächst mal wirklich was gemacht wird.

Im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg (wenn auch schon ein wenig veraltet, aber dennoch interessant): http://www.leadingtowar.com/watch_online.php
Aber was willst du denn machen? Gegen China in den Krieg ziehen? Selbstmord. Wirtschaftsboykott? Dann würde UNSERE Wirtschaft zusammenbrechen und nicht die von denen. Also viel kann man da meiner Meinung nach gar nicht gegen machen.
Ich weiss nicht ob ihrs mitbekommen habt, aber die Chinesen haben kürzlich ne Menge Computer der Bundesregierung bei einem Hackerangriff ausspioniert, und was ist passiert? Die Merkel hat einmal mitm Zeigefinger gedroht. Und die ganze Wirtschaftsspionage,da macht auch keiner was gegen. Im gegenteil,du kannst doch jeden Tag im fernsehen sehen, wie ein Trupp Chinesischer "Touristen" eine deutsche Firma besucht und mit grossem Interesse Fotos macht. Das ist doch nicht normal alles.
Mal abgesehen davon: Wer regt sich eigentlich über Tschtschenien auf? Oder den ganz alltäglichen Völkermord in vielen Afrikanischen Gebieten? Keiner. Ob das wohl daran liegt, das die dort keinen niedlichen Dalai Lama haben, der für sie in die Kameras grinst?
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